Im Frühjahr 1813 zogen französische Soldaten in kleinen, zerschlagenen Trupps auf ihrem Rückzug aus Russland durch unsere Heimat. In dieser unruhigen Zeit hütete ein Schäfer seine Herde ganz in der Nähe des Ortes, an dem später der Fischerhof entstehen sollte.
Ein heimtückischer Mord aus Habgier
Verdeckt von dichtem Wacholder und Gestrüpp beobachtete der Schäfer die vorbeiziehenden Männer. Er fasste einen finsteren Plan und schlich sich heimlich an einen einzelnen Soldaten heran, der erschöpft hinter seiner Truppe zurückgeblieben war. Kaltblütig schlug er den wehrlosen Mann tot, in der Hoffnung, reiche Beute zu machen. Doch die grausame Tat lohnte sich nicht: Das vermutete Geld fand der Mörder in den Taschen des Toten nicht.
Hastig verscharrte der Schäfer die Leiche in einer flachen Mulde und tarnte das provisorische Grab unauffällig mit etwas Rasen.
Keine Ruhe im Grab
Doch die Bluttat wog schwerer als gedacht. Nach dem Tod des Schäfers erzählte man sich im Dorf schaurige Dinge: An genau jener Stelle, an der er den Soldaten verscharrt hatte, sah man seinen Geist nachts noch oft mit Schäferschippe und seinem treuen Hund umhergehen. Der heimtückische Mord ließ ihm nach seinem eigenen Tod keine Ruhe im Grab finden.
Wahre Begebenheit oder reiner Aberglaube?
Vor dem realen geschichtlichen Hintergrund des französischen Rückzugs aus Russland schildert diese Geschichte einen Mord, der sich damals tatsächlich exakt so zugetragen haben könnte. Die tief in der Bevölkerung verwurzelte Angst und der Aberglaube jener Zeit dichteten die nächtliche Geistererscheinung des Schäfers hinzu – und so entstand aus einem wahren Verbrechen die bis heute in Kronweiler bekannte Sage vom erschlagenen Soldaten.





