Ein langer Weg für unsere Kinder
Unser Spielplatz ist seit vielen Jahren ein wichtiger Treffpunkt für Kinder, Eltern und Großeltern in Kronweiler. Der eigentliche Anstoß für die heutige Spielplatzsanierung kam allerdings schon während der Coronazeit. Gerade damals wurde besonders deutlich, wie wichtig ein sicherer und gut nutzbarer Spielplatz im Ort ist. Schwimmbäder und Indoorspielplätze waren zeitweise keine Alternative, Kindergärten waren geschlossen oder nur eingeschränkt nutzbar, und viele Familien verbrachten ihre Zeit zwangsläufig an der frischen Luft. In dieser Phase haben sich Mütter und Väter aus der Ortsgemeinde verstärkt über den schlechten Zustand des Spielplatzes beschwert und damit ein wichtiges Thema ins Rollen gebracht.
Von Anfang an war klar, dass es nicht nur um ein paar kleinere Ausbesserungen gehen sollte. Ziel war und ist es, den Spielplatz langfristig sicherer, moderner und attraktiver zu gestalten, damit er auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem sich unsere Kinder gerne aufhalten.
Bestandsaufnahme und Mängel
Eine konkrete Grundlage für die weiteren Schritte lieferte die Hauptkontrolle des Spielplatzes im Februar 2023. Dabei wurden an mehreren Spielgeräten Mängel und altersbedingte Verschleißschäden festgestellt. Betroffen waren unter anderem das Federwipptier, die Wippe, das Karussell, der Turm mit Rutsche, das Kletter-Spielgerüst, Teile der Einfriedung sowie der Basketballständer. In den Prüfhinweisen wurde mehrfach auf beschädigte oder verschlissene Holzteile, lockere Befestigungen und notwendige Erneuerungen hingewiesen.
Bereits im Juni 2023 wurden deshalb die benötigten Materialien für die Ausbesserung der Spielgeräte aufgenommen. Auf der Liste standen unter anderem Rundhölzer für Wippe, Klettergerüst und Turm, Bohlen für den Aufstieg, neue Zaunpfosten sowie eine neue Siebdruckplatte für den Basketballkorb. Gleichzeitig wurde auch deutlich, dass das Austauschen der Hölzer und das Errichten eines neuen Zaunes nicht einfach in einem einzigen Arbeitseinsatz erledigt werden können.
Zunächst bestand aus der Elternschaft heraus die Bereitschaft, die bestellten Balken und weitere Arbeiten in Eigenleistung umzusetzen. Über längere Zeit kam es jedoch nicht zu einer praktischen Umsetzung. Deshalb wurde das Vorhaben schließlich in geordnete Bahnen gelenkt und als offizieller Arbeitseinsatz der Ortsgemeinde organisiert. So konnte sichergestellt werden, dass die Arbeiten abgestimmt, verlässlich und für alle nachvollziehbar vorbereitet werden.
Einbindung in die Dorfentwicklung
Im weiteren Verlauf wurde das Thema zudem in die übergeordnete Dorfentwicklung eingebunden. Im Dorferneuerungskonzept für Kronweiler wird der Spielplatz zwar als gepflegt beschrieben, zugleich aber auch als veraltet. Außerdem werden Spielplatz und Bolzplatz dort ausdrücklich als Bereiche mit funktionalem und gestalterischem Entwicklungspotenzial benannt. Das zeigt deutlich, dass es hier nicht nur um einzelne Reparaturen geht, sondern um eine nachhaltige Verbesserung für die kommenden Jahre.
Auch in den Sitzungen des Ortsgemeinderats wurde das Projekt fortlaufend begleitet. In der Sitzung vom 10.09.2024 informierte der Bürgermeister den Rat über den aktuellen Sachstand der Baumaßnahme „Spielplatz“. Dabei wurde bekannt, dass der Antrag auf Bezuschussung durch den I-Stock zunächst abgelehnt worden war. Der Ortsgemeinderat beschloss daraufhin einstimmig, einen erneuten Antrag zu stellen. Zusätzlich sollten weitere mögliche Geldgeber, etwa Banken, angeschrieben werden. Außerdem wurde festgehalten, dass die bereits im Vorfeld gekauften Balken am Spielplatz verbaut werden sollen, damit die Sperrung nach Möglichkeit wieder aufgehoben werden kann. Im weiteren Verlauf wurde der I-Stock-Antrag jedoch endgültig abgelehnt.
Da der Eingrenzungszaun im Zuge der weiteren Maßnahmen entfernt werden musste, hat sich die Ortsgemeinde dazu entschlossen, den Spielplatz bis zur Fertigstellung geschlossen zu halten. Diese Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen, sondern aus Gründen der Sicherheit und der Verkehrssicherung. Solange die Anlage nicht vollständig erneuert und wieder ordnungsgemäß gesichert ist, soll vermieden werden, dass Kinder durch provisorische Zustände oder ungesicherte Bereiche gefährdet werden und dadurch unnötige Risiken oder unklare Haftungsfragen entstehen.
Unterstützung durch die Dorfgemeinschaft
Neben dieser Maßnahme gab es erfreulicherweise auch ganz konkrete Hilfe aus der Dorfgemeinschaft. So hat sich ein Familienvater bereiterklärt, den neuen Abgrenzungszaun in Eigenleistung zu errichten. Die finanziellen Mittel dafür wurden aus den Erlösen eines, von den jungen Vätern organisierten, Dorfpicknicks erzielt. Darüber hinaus erhielt die Dorfgemeinschaft weitere Geldspenden aus Veranstaltungen anderer Gruppen im Ort, unter anderem von den Bastelmäd, den Organisatoren des Christbaumtreffs und dem Jugendraum. Diese Unterstützung zeigt, dass das Projekt im Dorf breit mitgetragen wird und vielen Menschen am Herzen liegt. Auch offiziell wurden in den vergangenen Jahren mehrere Spenden für den Spielplatz angenommen. Im September 2024 beschloss der Ortsgemeinderat die Annahme weiterer Spenden, darunter von der OIE AG und Privatleuten. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Unterstützer. Großartig!
Gerade in der Zeit zwischen 2024 und 2026 wurde deutlich, wie sehr ein solches Vorhaben in einer kleinen Ortsgemeinde von bürokratischen Hürden gebremst werden kann. Obwohl das Projekt im Ort gewollt war, obwohl bereits viel Eigenleistung eingebracht wurde und obwohl die Notwendigkeit der Sanierung seit langem auf der Hand lag, mussten immer wieder neue formale Anforderungen beachtet, abgestimmt und vorbereitet werden. Statt zügig in die Umsetzung gehen zu können, geriet das Projekt immer wieder ins Stocken.
Ein besonders wichtiger Schritt wurde dann im März 2026 geschafft: Der Rückbau des alten Spielplatzes wurde mit zahlreichen Helferinnen und Helfern aus dem Dorf durchgeführt. Besonders hervorzuheben ist dabei unsere Dorfjugend, die nicht nur zahlenmäßig stark vertreten war, sondern auch mit großem Einsatz und viel Tatkraft mit angepackt hat. Dieser Arbeitseinsatz hat einmal mehr gezeigt, wie viel in Kronweiler durch Zusammenhalt und gemeinsames Engagement bewegt werden kann.
Bürokratie und Ausblick
Umso ärgerlicher ist es, dass das Projekt trotz der bereits geleisteten Vorarbeit, trotz des abgeschlossenen Rückbaus und trotz der vorhandenen Unterstützung weiterhin durch bürokratische Vorgaben ausgebremst wird. Immerhin konnte für die Neugestaltung des Spielplatzes inzwischen ein weiterer formaler Schritt abgeschlossen werden: Im Rahmen einer freihändigen Vergabe wurden mehrere Unternehmen zur Eignungsprüfung aufgefordert, ein Teil davon wies seine Eignung nach und zwei Unternehmen gaben ein Angebot ab. Den Zuschlag erhielt schließlich die Play-Team GmbH aus Halsenbach als wirtschaftlich günstigster Bieter.
Nachdem die Firma Play-Team den Zuschlag erhalten hat, war eigentlich die Hoffnung groß, dass die Umsetzung nun zeitnah beginnen kann. Stattdessen wird nun seitens der VG Birkenfeld von der Ortsgemeinde verlangt, zusätzlich noch einen Bauantrag zu stellen. Das war in dieser Form zuvor nie thematisiert worden und bedeutet nun, dass eigens noch ein Architekturbüro beauftragt werden muss. Hintergrund sind Vorgaben, die für viele nur schwer nachvollziehbar sind, etwa dass ein Spielgerät drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten muss.
Diese zusätzlichen Anforderungen kosten nicht nur Zeit, sondern auch weiteres Geld und verzögern den Beginn der eigentlichen Aufbauarbeiten erneut. Nach heutigem Stand ist deshalb leider davon auszugehen, dass sich die Fertigstellung des neuen Spielplatzes voraussichtlich bis Ende 2026 hinziehen wird.
Was als berechtigte Sorge von Eltern in der Coronazeit begann, ist inzwischen zu einem größeren Gemeindeprojekt geworden. Es steht beispielhaft dafür, wie in Kronweiler mit Zusammenhalt, Eigenleistung, Spendenbereitschaft und Ausdauer an der Lebensqualität im Ort gearbeitet wird. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, wie schwer es kleinen Gemeinden manchmal gemacht wird, sinnvolle Projekte für Kinder und Familien zügig umzusetzen. Ungeachtet aller Verzögerungen bleibt das Ziel dasselbe: ein sicherer, moderner und schöner Spielplatz für unsere Kinder und für kommende Generationen.









